29. März 2017

Neid, Bosheit, Vandalismus?

Gestern Vormittag entdeckte ich zufällig ein T-Shirt im Küchen-Mülleimer. Es ist ein dunkles T-Shirt mit einem zerzaustem Kragen und fleckigem Bauch. Ich erkenne es gleich – es ist eines meiner Lieblings-T-Shirts!
Das Teil habe ich vor zwölf Jahren im Herren-Oberbekleidungs-Fachhandel im 5-er Pack erworben, und es seither immer getragen. Seine Form hat sich in all den Jahren perfekt meinem Leib angepasst und der Stoff war flauschig wie ein Hühnerwelpe. Die ursprünglich schwarze Einfärbung ist mit den Jahren einem sehr noblen, wolkigen Schiefergrau gewichen. Schlichte Alltagseleganz würde der Fachmann wohl sagen.

Und jetzt liegt es zerknüllt im Mülleimer; zwischen Bananenschalen und Kaffeesatz. Und ich - ich hab’s da gaaanz bestimmt nicht hineingeworfen!

Nun macht es ganz den Anschein, als ob Frau G. heimlich meine Kleider stiehlt!
Aber warum nur tut sie sowas; Neid, Bosheit  öööhm  Vandalismus? Stimmt mit Frau G. möglicherweise was nicht…

28. März 2017

das Stehpinkler-Paradies

Unterwegs schaue ich mich ja immer nach „interessanten“ Toiletten um. Fündig wurde ich diesmal auf dem Bahnhof von Guadix.

Hier hat der Bedürftige die freie Wahl zwischen zwei Pissoirs, einem Klo und einem Bodenablauf. Zwar nur ein kleiner Raum, aber ein richtiges Paradies für jeden geselligen Stehpinkler.

27. März 2017

die schier unglaubliche Bahn

Am 5. März zerstörte ein eigentlich kleiner Erdrutsch die Strasse zwischen Amsteg und Bristen. Das eh schon abgelegene Bristen war von der Aussenwelt abgeschlossen, denn eine andere Zufahrt gibt es in dem schroffen Tal nicht. Doch etwa zwei Kilometer vom Dorf entfernt schlummerte eine längst stillgelegte Standseilbahn im Wald. Und die erweckte man kurzfristig wieder zum Leben.
Seit 15. März fährt die Bahn wieder – und wir fuhren mit.

Die Standseilbahn wurde vor 100 Jahren als Werksbahn für das Gotthardbahn-Kraftwerk gebaut. Das Gleis liegt direkt neben den drei Druckleitungen und ist über 90% steil, also fast so steil wie die Gelmerbahn. Der einzige Bahnwagen ist ein einfacher Eisenkarren mit einer Holzkiste drauf. Und damit fahren wir hinauf zum „Wasserschloss“. 400 Meter weit und gut 250 Meter hinauf.


Von der Bergstation fährt ein Bus ins Dorf Bristen. Doch wir laufen hin. Es ist ein föniger Frühlingstag. Ein lauer Wind weht, die ersten Bäume Blühen und in den Bergen liegt noch viel Schnee. Wir setzen uns in die Dorfgaststätte und geniessen wie wohlige Stimmung.

Die Kraftwerksbahn wurde in den 1990-er Jahren endgültig stillgelegt. Doch wegen eines gewaltigen Felssturzes wurde sie aber im 2003 noch einmal einige Monate in Betrieb. Seither schlief sie im Gebüsch.
Heuer musste die ursprünglich nicht für den Personenverkehr gebaute Bahn erst gründlich renoviert und getestet werden; und dann noch das Zulassungsverfahren für Eisenbahnen durchlaufen. Nach grad nur 10 Tagen war alles geschafft und die Bahn konnte losfahren.

Die Standseilbahn Amsteg – Bristen fährt zwischen 4 und 24:00 etwa alle zwanzig Minuten. Kostenlos und für Jedermann. Und noch bis Ostern – oder bis die Strasse geflickt ist.

Nutzt die einmalige Gelegenheit mit der längst stillgelegten historischen Bahn zu fahren. Nach Ostern ist damit für immer Schluss.

24. März 2017

getarntes Wohnmobil

Wie ihr ja sicher wisst, bin ich ein grosser Freund des unauffälligen Unterwegsseins. Deswegen habe ich meinen Möbelwagen ja auch mit rot-weissen Warnstreifen getarnt und kann so überall und ungestört parkieren oder übernachten.

In Spanien sah ich neulich eine ganz andere Art von getarntem Wohnmobil. Ein gut zwanzig Jahre alter Nissan Trade in kämpferischem Flecktarn. Er stand vor dem McDonalds - und hätten die Bäume schon Blätter gehabt, hätte ich die Karre wohl glatt übersehen. Glück gehabt. Odr so...

23. März 2017

marokkanisch kochen: Chakchouka

Früher habe ich in Algerien und Tunesien immer Chakchouka - oder Schakschuka - gegessen. In Marokko schmeckt es ebenso gut, doch hier nennen sie es „Omlette Bèrbère“. Und jetzt habe ich zuhause für Frau G. nachgekocht.

Es geht ganz einfach: Zwiebeln, Knoblauch und Peperoni andünsten und dann gewürfelte Tomaten zugeben und köcheln lassen. Mit Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Ich hatte noch Ajvar und Harissa da und gab davon je einen Löffel voll dazu.
Wenn das Gemüse weich ist, werden einige Eier vorsichtig oben auf den Brei gekippt. Nun den Deckel solange drauf, bis die Eier im Dampf wachsweich sind. Und fertig.
Eigentlich gehören noch eine Handvoll gehackte Petersilie oder Koriander drauf. Ich hatte aber grad keinen. Schmeckt auch so. Nach Sahara und Orient.