28. November 2014

den Buddha ans Kreuz nageln

Meine Nachbarn sind serbokroatische Albaner aus Bosnien. Oder so. Keine Ahnung was für eine Religion die haben, aber was sie haben ist so ein kleiner Weihnachtsmann der am Balkon herum ungeziefert.
In solch interreligiösen Fragen bin ich immer etwas ratlos. Ich überlege mir nun, ob ich bei mir einen kleinen Propheten Mohammed ans Geländer knüpfen soll?
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27. November 2014

mein Büffel in Ungarn

Seit vielen Jahren liegt bei mir ein altes Lokschild herum; „MÁV 424,309“. Wie man unschwer erkennen kann, das Schild einer ungarischen Lokomotive der Baureihe 424. Mehr wusste ich bisher nicht, jetzt habe ich mal im Internet nachgeschaut.

Meine Dampflok „309“ wurde liebevoll „Bivaly“ (Büffel) genannt und fuhr von September 1956 bis Dezember 1982 kreuz und quer durch Ungarn. Seither steht sie neben dem Bahnhof Nagykanizsa auf einem Sockel und gammelt vor sich hin. Letztes Jahr wurde sie renoviert – erzählt mir das Internet.

Auf GoogleEarth kann man sie sogar sehen. Bunt aufgehübscht steht sie am Bahnhofplatz und wartet auf Freier.
Vielleicht sollte ich mal nach Nagykanizsa reisen und sie mir aus der Nähe anschauen? Und dann könnte ich ja auch gleich ihr altes Lokschild vorbei bringen.
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26. November 2014

Brillen aus dem Lungerersee

Dieser junge Kerl stellt Brillen aus Holz her und heisst Dominik Gasser. Ich bin begeistert. Nicht nur von den Brillen; die sind schön und schön gearbeitet. Vor allem die neuste Kollektion überzeugt durch ihre eleganten Details.

Begeistert haben mich zwei Dinge: Zum einen der junge Typ, der beschloss Holzbrillen herzustellen. Und zum anderen das Holz, das er für seine Brillen verwendet. Wurzelholz aus alten Bäumen aus dem Lungerersee. Von damals, als der See aufgestaut wurde und die Landschaft im Wasser versank. Holz mit Geschichte und voller Heimatstolz.
Hier die Brillen aus Holz und aus Lungern. Aus Leidenschaft.
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25. November 2014

Marchstein im Kernwald

Der Kanton Obwalden ist weit über 700 Jahre alt. Seine Grenzen haben sich nie verändert, denn sie laufen meist über die Bergkämme. Einzig die Grenze zum Kanton Nidwalden geht quer durchs Tal. Mangels unverrückbarer Bergkrete musste man hier die Grenze mit Marchsteinen markieren.

Der "Drimarchenstein" ist der älteste und steht nun schon fünfhundert Jahre mitten im Kernwald. Auf der Nordseite zeigt er das nidwaldner Wappen mit dem Doppelschlüssel; auf der Südseite das alte obwaldner Wappen noch ohne den Schlüssel. Und die Jahreszahlen 1504 und 1934.
Neulich waren wir wieder einmal da. Er auch.
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24. November 2014

Hilferuf von Häuptling zahmer Molch

Neulich erwachte ich früh. Draussen dämmerte es ganz langsam und mir war fad. Ich betrachtete ausgiebig die Decke, aber ohne die Brille konnte ich sie nur verschwommen sehen. Was sie aber auch wesentlich hübscher aussehen liess.
Wie dem auch sei. Ich hatte grad nichts zu denken und grübelte darüber nach, wie das mit den Rauchzeichen der Indianer eigentlich geht. Wie rauchzeichnet ein Indianer zum Beispiel: „mein Zelt brennt, schickt die Feuerwehr!“?
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