31. Juli 2011

Ferien: noch 5 Tage

Abendwind und Augenblick
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30. Juli 2011

Chriesibrägel und Stinkwanzen

„Chriesibrägel“ sind ein uraltes Rezept. Ich kenne es von meiner Mutti. Sie hat es von ihrer Mutter und die wohl auch von ihrer. Chriesibrägel sollte man aber nicht mit „Chriesigaax“ verwechseln. Mit Chriesigaax bezeichnen wir hierzulande die „Grüne Stinkwanze“ (Palomena prasina). Sie ist hässlich, aber harmlos. Und sie hat die beneidenswerte Fähigkeit, sozusagen auf Knopfdruck zu stinken.
„Chriesibrägel“ kann man mit frischen Kirschen zubereiten; oder aber auch mit eingelegten oder tiefgekühlten.

Die Zutaten für zwei:
1/2 Kilo schwarze Kirschen
25g Butter
25g Weissmehl
3 – 4dl Milch
Salz
Zucker

Gleichviel Butter und Mehl in einer Pfanne rösten, bis sich am Rand ein weisser Saum bildet. Dann die Milch dazu giessen, so dass eine sämige Sauce entsteht. Diese etwa 10 Minuten köcheln lassen. Mit etwa einem halben Kaffeelöffel Salz würzen. Nun die Kirschen dazu geben. Mit etwa einem Suppenlöffel Zucker abschmecken. Die Sauce soll eher salzig als süss sein. Noch einmal köcheln lassen bis sich die Sauce violett färbt. Und schon ist’s fertig.

„Chriesibrägel“ werden traditionell mit angebratenen Herdäpfelwürfeli gegessen. Ein währschaftes z'Nacht für Bergler.

29. Juli 2011

Ferien: noch 7 Tage

Tintenblau und Sonnenstrahl
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28. Juli 2011

Ferien: noch 8 Tage

Liebesmüh und Raureif
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27. Juli 2011

Ferien: noch 9 Tage

Regengrau und Glückseligkeit
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26. Juli 2011

kochen: Männer-Pizza mit Zitrone

Auf dieser Pizza fehlen eigentlich alle klassischen Pizza-Zutaten. Statt der Tomatenschmiere und dem schwitzenden Käse gibt es eine spannende Kombination von Zitrone und grünem Pfeffer. Und ihr werdet sehen, die Zitronen-Pizza schmeckt, als ob einem ein Engelein auf die Zunge gebrünzelt habe.

die Zutaten für zwei Esser:
Pizzateig, selber machen oder kaufen
1 Becher Crème fraîche, ich nahm QimiQ
1 Limone, oder Zitrone
grünen Pfeffer aus dem Glas
Rohschinken
frischer Basilikum
Salz, Pfeffer

Den Backofen vorheizen, so heiss er kann. Den Pizzateig dünn auswallen und auf einem Blech auslegen, die Ränder neckisch hochbiegen.
Nun ist der Guss dran: Einen Becher Crème fraîche glatt rühren. Dann einen Kaffeelöffel voll grünen Pfeffer (aus dem Glas) grob hacken und unterrühren. Salzen und pfeffern und auf dem Teig verteilen. Eine reife Limone so schälen, dass auch das weisse Zeug weg ist. Einige hauchfeine Scheiben schneiden, auf dem Guss auslegen und mit einwenig Puderzucker bestreuen.
Jetzt die Pizza backen, bis sich der Teig bräunt. Hauchfein geschnittener Rohschinken drauflegen und noch ein paar Minuten fertig backen. Die Limonenscheiben sollten in der Hitze leicht karamelisieren; der Rohschinken aber bloss noch warm werden.
Raus damit und ein paar Basilikumblätter drarüber. Und fertig ist die Männer-Pizza - eeessssen!

25. Juli 2011

Haus in Schoggi-Folie

Lagerhäuser sind in Spreitenbach nichts Besonderes. Solche gibt es da entlang der Autobahn unzählige. Und sehenswert sind sie nur ausnahmsweise. Eine solche ist das neue Gebäude der „Lagerhäuser Aarau AG“. Ein Haus in Silberpapier, wie eine Schoggitafel. Frei Architekten AG, Aarau.

In diesem Gebäude werden grosse Mengen von Schokolade gelagert. Deshalb ist der ganze Gebäudekomplex mit Schoggi-Folie eingewickelt. Was bei Schokolade ganz einfach geht, ist bei einem 1‘000-mal grösseren Gebäude eher kompliziert. Fast zehntausend Quadratmeter Alublech wurden in einer speziellen Technik aufgenietet und geknittert.
Eine verblüffende Wirkung – unbedingt mal anschauen.
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23. Juli 2011

wüste Schürfung

Meine handtellergrosse Schürfung am Rücken hat sich - ööööhm - verändert. Ich kenne Gebiete in der Sahara, die sehen genau so aus. Staubtrockene Täler und karge Hügel.

Wenn sich das so weitergeht, würde es mich nicht wundern, wenn sich demnächst erste Pflanzen ansiedeln.
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22. Juli 2011

ich war Feng-Shui

Kürzlich war ich an einem Vortrag über „Feng-Shui“. Ich war etwas enttäuscht, als es keinen Fisch zu essen gab; ich habe das wohl dummerweise mit „Sushi“ verwechselt.

Die Feng-Shui-Frau erzählte von Harmonie, Lebensfreude und vom Energiefluss. Selber wirkte sie aber etwas farblos und verbittert. Vielleicht hätte etwas Sushi ihre Stimmung aufgehellt? Na gut.
Jedenfalls behauptete sie, wir hätten „Tschiii“ in unseren Wohnungen. Und wir müssten schauen, dass das „Tschiii“ nicht abhaut. Darum müssten wir immer den Klodecke schliessen und dürften im Korridor keine Spiegel aufhängen. Und so einen Zimmerbrunnen wäre auch hilfreich.
Dann war Pause.
Nachher hielt sie einen Farbenkreis in die Höhe; rot-orange-gelb-grün-blau-violett. Jede durfte seine Lieblingsfarbe sagen und sie zeigte dann auf ihrem Farbkreis die Komplementärfarbe: Eine sagt „rot“ – sie zeigte „grün“, „blau“ – „orange“ und so weiter. Ich sagte „braun“. Alle erstarrten. Und sie sah mich drohend an. Das sei keine Farbe, ich solle eine andere sagen. Ich sagte „goldig“!
Das ausschliesslich weibliche Publikum verbrüderte sich darauf hin mit der Feng-Shui-Frau. Und unzählige Blicke voller Abscheu und Verachtung trafen mich. So war es dann doch noch ein ganz unterhaltsamer Abend.
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21. Juli 2011

allerhand Bettgetier

Mit Milben, Wanzen, Flöhen und Schaben macht wohl jeder Weltreisende ab und zu mal Bekanntschaft. Und das waren jetzt nur einige der „Fussgänger“ im Hotelzimmer. Es gibt ja noch die „Flieger“; Stechmücken, Sandfliegen, Motten und so weiter. Und die „Kriecher“; Kröten, Eidechsen, Schlangen und Würmer.
Ich beschränke mich jetzt vorerst einmal auf die Fussgänger. Die sind ja eigentlich harmlos, bloss im Bett will man sie nicht haben. Was tut man nun dagegen; oder wie lebt man allenfalls mit ihnen?

Symbolbild
Mein Tipp für unterwegs: Ich nehme immer mein eigenes Leintuch mit. Ein ganz billiges aus Baumwolle. Damit bedecke ich dann die scheckige Matratze und das Hotelkissen mit den Speichelflecken. Und alle die tierischen Matratzenbewohner. Oben drauf schlafe ich, unten drunter krabbeln die Viecher.
Und damit man in der nächsten Nacht nicht auf der schmutzigen Seite des Leintuches liegt, kennzeichne ich die Schlafseite. Ich male mit einem  wasserfestem Filzstift ein kleines Gesicht hin. So weiss ich immer, wo bei meinem Leintuch oben und vorne ist. Zudem erkenne ich es daran nach der Wäsche als mein eigenes.
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20. Juli 2011

Jakob-weg

Die Pilger auf dem Jakobsweg erkennt man an der Muschelschale am Rucksack. Und am verklärten und ermatteten Gesichtsausdruck. Hier bei uns marschieren sie immer nach Südwesten. Keine Ahnung, was am Ziel in Santiago de Compostela geschieht, aber ich habe jedenfalls noch keinen nachhause laufen sehen! Vielleicht pilgern die immer weiter, bis sie ins Meer fallen; wie die Lemminge?
Wir wollten nicht ins Meer stürzen, darum marschierten wir vorsichtshalber in der Gegenrichtung.

Der Jakobsweg zwischen Stans, (Nidwalden) und Sachseln (Obwalden) wird auch "Bruderklausenweg" genannt. Wir beginnen in St. Niklausen an der Postauto-Haltestelle. Ab da führt der Weg über grasgrüne Hügel dem Stanserhorn zu. Immer etwas oberhalb vom Talboden, so dass man auf die Einheimischen hinunter schauen kann. Und meist geht’s leicht abwärts.

Oberhalb vom Gotthardli überschreiten wir den „Allweg-Pass“ und vor uns liegt der Stanserboden. Nun geht’s in einem Schwung hinunter nach Stans. Ein kühles Erfrischungsgetränk lockt.

Unser Jakobsweg war 15 km lang. Und wir waren gut dreieinhalb Stunden unterwegs.

19. Juli 2011

das Zweitbuch

Es gibt einen eindeutigen Trend zum Zweit-Buch. Ich wollte da nicht abseits stehen und habe mir nun auch noch eins angeschafft. Es heisst  «Bockmist» und hat 5.95 gekostet. Das ist ein günstiger Preis für vierhundertsechsundfünfzig dichtbedruckte Seiten und einem bunten Bild vorne drauf. Es lag in der Grabbelkiste vor dem Buchladen; "Mängelexemplar, kein Umtausch möglich" stand drauf.

Geschrieben wurde es von einem Hugh Laurie. Das Buch beginnt er mit folgenden Worten: «Stellen Sie sich vor, Sie müssen jemanden den Arm brechen». Bis jetzt habe ich bis Seite 39 gelesen: «Es wollte mir nicht in den Kopf, wie jemand oder etwas in einem solchen Zimmer arbeiten konnte. Es war, als entdeckte man plötzlich eine Otterfamilie im Schuh». 
Es ist ein gutes Buch. Das kann man lesen. Und ich finde, dass es meine Bibliothek ausserordentlich bereichert.

18. Juli 2011

Kunst: singen für die Schafe

Aus aktuellem Anlass; einige Schafe zum angucken. Und Musik.


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17. Juli 2011

mein Umsturz

Gestern Abend bin ich meiner Küche ohnmächtig geworden. Bewusstlos umgekippt! Das nicht etwa wegen dem Anblick der Unordnung. Nein, einfach so - Kreislaufkollaps.

Beim Niedergang habe ich mir einige heftige Prellungen und eine Schürfung am Rücken zugezogen. Die Schürfung sieht sehr eigenwillig aus, im Film würde man sagen, sehr unrealistisch.
Die Frau G. hat mich sehr fürsorglich betreut. Darum möchte ich mich hier noch mal bei ihr bedanken; DANKE VIELMAL.
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15. Juli 2011

wie sagt man zum Ausländer?

Wir alle kennen das Problem. Man ist zum Beispiel in Laos und weiss nicht, wie man nun dem Einwohner sagt: Laosaner, Laosenser, Laote oder Laosier. In Laos ist das ja auch egal, da versteht einem sowieso keiner. Aber in Zürich schon; zu denen muss man Zürcher und nicht Züricher sagen. Falsch ist auch Baseler, Appenzellener oder Urier.

Wie sagt man aber nun in:
Andorra: Andoraner, Andoranerin
Estland: Este, Estin
Malta: Malteser, Malteserin
Monaco: Monegasse, Monegassin 
San Marino: San-Marinese, San-Marinesin 
Zypern: Zyprer, Zyprerin

Burkina Faso: Burkiner, Burkinerin
Ghana: Ghanaer, Ghanaerin
Madagaskar: Madagasse, Madagassin
Niger: Nigrer, Nigrerin
Nigeria: Nigerianer, Nigerianerin
Seychellen: Seycheller, Seychellerin
Togo: Togoer, Togoerin

Bahamas: Bahamaer, Bahamaerin
Barbados: Barbadier, Barbadierin
El Salvador: Salvadorianer, Salvadorianerin
Guatemala: Guatemalteke, Guatemaltekin
Panama: Panamaer, Panamaerin

Jemen: Jemenit, Jemenitin
Katar: Katarer, Katarerin
Kirgistan: Kirgise, Kirgisin
Libanon: Libanese, Libanesin
Sri Lanka: Sri-Lanker, Sri-Lankerin
Usbekistan: Usbeke, Usbekin

Nur im Vatikan bleibt es weiterhin rätselhaft, da gibt es keine offizielle Bezeichnung für die Einwohner. Mein Vorschlag wäre: Vatikanot, Vatikanotin.
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Sprichwort: Konjunktiv-Tante

Wenn ich im Lotte gewönne, täte ich...
Dazu ein erklärendes und überaus feinfühliges Sprichwort; von meiner Mutti:
«Wenn die Tante einen Säckel hätt, wär sie ein Onkel.» 

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14. Juli 2011

grausliges Auto erblickt

Als ich heute zum Synchronschwimm-Training ging, stand auf dem Parkplatz neben mir ein seltenes Auto aus den 1980-er Jahren: Ein „Alfa Romeo Arna“. Jene die das Ding kennen, werden jetzt aufschreien; «bwääääh – grauslig». Oder sich angewidert abwenden.
Und sie haben ja recht, schön ist so was wirklich nicht! Aber das Auto hat eine interessante Geschichte.

Alfa Romeo war damals bekannt für sein schickes italiänisches Design. Geschwungene und kraftvolle Formen, berauschende Linien. Und auch bekannt für die sehr reparaturanfällige Technik. Datsun/Nissan hingegen galt damals als überaus langweilig und öde. Dafür funktionierte aber zumindest die Technik zuverlässig.
Man beschloss eine gemeinsam ein Auto zu entwickeln: Das schlichte Design kam von Datsun/Nissan und die anfällige Technik von Alfa Romeo! Man hat so ganz geschickt die Mängel von zwei Herstellern vereinigt - der äusserst unbeliebte „Alfa Romeo Arna“ war geboren. Bwääääh – grauslig...

13. Juli 2011

für die Katz

Wie viele wissen, bin ich ein grosser Tierfreund. Gut, ab und zu werfe ich mit Unrat nach Wasservögeln. Aber im allgemeinen mag ich Tiere. Auch gekochte, gebratene, fritierte, gesottene und ganz rohe. Aber um diese geht es hier jetzt nicht.
Schon länger gehe ich nämlich mit dem Gedanken schwanger, mir ein Haustier zuzulegen. Keinen Hund. Nein, die Deppen beschnüffeln wildfremden Leuten im Schritt; und dann kommen sie und wollen mit mir schmusen! Zudem riechen sie bei Nässe streng, mit so einem Stinker mag ich nicht zusammenwohnen.

Einer meinte neulich, eine Katze wäre vielleicht was für mich. Also habe ich mir eine angeschaut. Ein ansich zierlicher und pelziger Vierfüssler, ganz nett anzuschauen. Aber das Tier bettelte mich sogleich nach Futter an. Und als ich nichts hergab, schaute es mich verächtlich an. Abschätzig und missmutig! Nein danke, so eine will ich nicht!
Jetzt kaufe ich mir wohl einen Fisch. Die stinken und betteln nicht. Und sie sterben ohne Geschrei. Und das ist eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft, wenn ich an meine Erfahrungen mit meinen Topfpflanzen denke…

12. Juli 2011

damals in Belutschistan

Wieder einmal ein Bild aus den Guten alten Zeiten. Es zeigt unseren Bus in der "Rakhi-Schlucht" in Pakistan. Hier, zwischen Dera Gazi Khan und Loralai, steigt die Strasse in zahllosen Spitzkehren gut 800 Meter höher. Unten liegt das tropischgrüne Indus-Tal, oben die karge Hochebene Belutschistans.

Das Bild ist im Frühjahr 2000 auf der Rückreise von Nepal entstanden. Bis nachhause lagen noch etwa sechs Wochen Fahrt vor uns.

Hier ein Reisebericht Luzern-Kathmandu

11. Juli 2011

Orangenmost

Es gibt unzählige Gründe den Kanton Nidwalden zu besuchen. Den Bürgenstock, den Schnitzturm und vieles mehr. Aber eines darf man keinesfalls verpassen; den „Orangenmost“. Der „Beckenrieder Orangenmost“ ist sozusagen das National-Getränk der Nidwaldner. Manch einer behauptet sogar, er sei für sie wichtiger als die Muttermilch.

Am besten schmeckt der Orangenmost in einer Gartenwirtschaft. Der Kies knirscht unter den Stuhlbeinen und die Sonne leuchtet durch das Blätterdach der Kastanien. Da hockt man sich breitbeinig hin, legt beide Unterarme auf den Tisch und bestellt beim Froilein ein „Orandschä-Moscht“.
Und dann nimmt man einen laaangen, tiiiefen Schluck. Und der wahre Geniesser bedankt sich mit einem feinen Gorps für das köstliche Getränk ...

9. Juli 2011

Kunst: Walfisch in Solothurn

An der Durchgangsstrasse gegenüber vom Bahnhof Solothurn steht ein eigenartiges Etwas; wie ein Walfisch aus Beton. Es ist die neue Neuapostolische Kirche von Zuchwil. Die fliessenden Formen und der Waschbeton erinnern ein wenig an die Bauten der Siebzigerjahre.

Über eine geschwungene Betonplatte kommt man zum Eingang. Innen geht die fliessende Bewegung weiter bis zum Kirchenraum. Ein Oblichtschlitz belichtet effektvoll den schlichten Altarraum.

Ein interessanter und etwas sonderbarer Kirchenbau; ein Turm oder ein Kreuz hätte ihm vielleicht ganz gut getan. Aber man glaubt den Neuapostolen, dass sie glauben.
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8. Juli 2011

Holebänz aus Einsiedeln

Die meisten Besucher kommen wohl wegen dem barocken Kloster oder der neuen Skischanzen nach Einsiedeln. Ich nicht; oder jedenfalls nicht nur. Wenn ich in Einsiedeln bin, dann gilt mein erstes Interessen dem „Holebänz“. Die Einheimischen sagen „Einsiedler Schafböcke“ dazu. Das ist ein altehrwürdiges Wallfahrtsgebäck. Geschmack und Konsistenz erinnern an leicht gesüsste Kartonschachteln.

„Holebänze“ werden heute noch von zwei Bäckereien hergestellt; „Goldapfel“ und „Tulipan“. Für mich sind die von der Lebkuchenbäckerei Goldapfel die richtigen. Die von der Bäckerei Tulipan schmecken aber etwas lieblicher.
Der „Holebänz“ soll ja das Lamm Gottes darstellen; ein Schaf das friedlich im Gras liegt.
Früher rätselten wir aber immer, warum die Dinger so aussehen, wie sie aussehen? Ich glaubte jahrelang, es sei der Bauchnabel-Abdruck vom Bäcker.

7. Juli 2011

am Abgrund

In den mondänen Bürgenstock-Hotels, hoch über dem Vierwaldstättersee, nächtigten einst die Noblen und Reichen aus aller Welt. Heute sind keine  feinen Herrschaften mehr da, dafür Bagger und Kräne. Deswegen gingen wir aber nicht auf den Bürgenstock.

Uns Einheimische locken der "Felsenweg" und der "Hammetschwand-Lift" hier hinauf. Gleich hinter den Hotels beginnt der Felsenweg. Er klebt atemberaubend an der fast senkrechten Felswand. Da und dort ermöglicht eine Brücke oder ein Tunnel das weiterkommen. In den letzten Jahren sind immer mal wieder Teilstücke des Weges bgestürzt. Jetzt ist aber alles wieder repariert und begehbar.

Nach etwa einer halben Stunde Spaziergang kommt man dann zum Lift, dem Hammetschwand-Lift. Er fährt seit dem Jahr 1905 auf und ab; und bringt einen auf den höchsten Gipfel hinauf. Dank der verglasten Liftkabine hat man einen herrlichen Ausblick. Gut 700 Meter unter uns der Vierwaldstättersee mit den winzigkleinen Schiffli.

Die Liftfahrt scheint aber nicht allen zuzusagen. Eine Frau krallte sich am Geländer fest und wurde etwas blässlich im Gesicht. Ein kleines Kind weinte beim Blick in die Tiefe. Man braucht aber überhaupt keine Angst vor einem Absturz zu haben, der Lift ist gut versichert.

6. Juli 2011

Kunst: Volkskulturfest Obwald

An diesem Wochenende ist es wieder soweit; das „6. Volkskulturfest Obwald“ geht in Giswil über die Bühne. 7. bis 10. Juli. Diesmal mit Musik und Musikern aus Vietnam, Toggenburg und Obwalden.
Eine grossartige Waldarena, exotisches Essen und ein lauer Sommerabend, was will man mehr...

Mein Tipp für dieses Jahr: „Siidhang“ mit Thu Thùy, Thùy Anh und Lê Giang am Donnerstag Abend - Obwalden und Vietnam. Zuhören lohnt sich.

meine Kellerbräune

Wenn ich meine beiden Beine anschaue, dann könnte man meinen ich trage weisse Strümpfe – milchigweisse, haarige Strumpfhosen.

Das erinnert mich an damals, im Senegal. Die Einheimischen nannten die neu angereisten Touristen „les lavabo“. Dies, weil die blassen Europäer die gleiche Farbe wie die Waschbecken und Kloschüsseln hatten. Nach einigen Tagen Afrikasonne verfärbten sich die "lavabo" dann krebsrot - und verloren ihre Spottnamen...


Weisse Hosen aus Athen
Nana Mouskouri, 1961
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5. Juli 2011

verreckt schööön...

Neulich gelüstete uns nach Berggipfel. Wir marschierten also mit strammem Schritt bergauf zum Schönbüel. Der Weg war weit und stotzig. Es ging über Alpweiden und Geröll bis weit über die Waldgrenze hinauf. Wir transpirierten heftig. Auf gut 2‘100 Meter war dann der Berg zu Ende und der Gipfel da. Wir konnten auf das Berneroberland hinunter schauen. Und am Horizont streckten der Titlis, der Eiger und die Jungfrau ihre Spitzen in den Himmel.
Wie sagt mein Bruder immer: «... ohne die Täler dazwischen, sähen die Berge ganz flach aus». 

Einem glücklichen Umstand verdanken wir es, dass wir einen Teil unseres Rückweges auf der Sitzbank eines alten Jeep’s bewältigen durften. Es rüttelte zwar heftig, aber es schonte unsere purpurroten Füsse - danke für die Beifahrt, lieber Roger...

4. Juli 2011

im Mittelpunkt

Am Wochenende wurde in Nidwalden der „Mittelpunkt der Zentralschweiz“ gefeiert. Der liegt in Buochs, neben einem Wasserreservoir etwas oberhalb der Autobahn. Nachdem der eine „Mittelpunkt der Schweiz“ in Obwalden liegt und ein zweiter in Uetendorf bei Thun, hat nun bald jeder einen Mittelpunkt.

Der Mittelpunkt Europas soll übrigens in Purnuškes in Littauen sein...
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Linux, läuft ganz von alleine

Jetzt im Sommer, wenn es nachmittags so schwülheiss ist, gehe ich gerne zwischendurch in ein Einkaufszentrum. Da stelle ich mich vor den Gefrierschrank und lasse mich abkühlen. Manchmal nehme ich mir auch noch zwei Eislutscher und klemme sie unter die Achseln. Das erfrischt wunderbar. Und man kann sie nachher wieder zurücklegen, sind ja eingepackt und unversehrt. Aber darum geht es jetzt nicht…

Ihr glaubt nicht, was ich im Supermarktregal auch noch sah: Es gibt jetzt „Linux ultra aktiv“, das erste flüssige Betriebsystem. Finde ich eigentlich ganz praktisch. Man schüttet Linux in den Computer und es läuft von alleine. Sensationell - was sich die Amerikaner alles einfallen lassen...
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2. Juli 2011

Pyramide in Algerien

Wieder einmal ein altes Foto aus meinen Sahara-Zeiten. Es zeigt die recht unbekannte Rundpyramide Medracen (n35.707166, e6.434621) im Nordosten von Algerien. Das Foto habe ich vermutlich im Herbst 1988 gemacht.

Bei diesem Bau handelt es sich um das Mausoleum des numidischen Königs Massinissa und es ist etwa 2‘000 Jahre alt. Sein Durchmesser beträgt 59 Meter, die Höhe etwa 19 Meter. Der zylindrische Unterbau wird von sechzig ionischen Halbsäulen umgeben. Der kegelstumpfförmige Überbau besteht aus 24 Steinringen. Der Zugang ins Innere liegt auf der Ostseite in gut 6m Höhe. Ein enger Gang führt hinein in eine niedrige Grabkammer. Ausser einer schlichten Steinbank ist aber leider nichts mehr drinnen.
Einheimische erzählten mir damals, dass Rex Gildo (nicht der Schlagersänger!) hier begraben sein soll.

1. Juli 2011

kochen: Eiertätsch mit Pilzen und so

Wer Hunger, aber begrenztes Kochtalent und bloss ein Pfanne hat; für den ist „Eiertätsch mit Pilzen“ genau das richtige. Eiertätsch werden in gehobenen Kreisen auch Omeletten genannt; und im umliegenden Ausland als Eierkuchen oder Pfannkuchen bezeichnet.

die Zutaten für Zwei:
50g Mehl; wer keine Waage hat, das ist eine Handvoll
1 Ei, vom Huhn
etwas Rahm; für Ausländer, das ist Sahne
300g Pilze, ich nahm braune und weisse Champignons
Speckwürfeli
Zwiebel, gewürfelt
Peterli (krause Petersilie)
etwas trockenes Brot
Salz, Pfeffer und so

Und so kocht man’s: Zuerst den Brei für die Omeletten. Aus dem Mehl, einem Ei und etwas Rahm einen relativ flüssigen Teig rühren; würzen und beiseite stellen und etwa eine halbe Stunde ruhen lassen.
Während der Teig sich ausruht, ist nun die Füllung dran. Zuerst die Speck- und Zwiebelwürfeli anbraten und wegstellen. Auch die Brotwürfeli in ordentlich Butter knusprig braten; wegstellen.
Die Pilze in Stücke schneiden, aber nicht zu fein.

Weiter geht es mit dem Omelettenteig. Butter in eine Bratpfanne geben, schön heiss werden lassen. Einen Viertel der Teigmasse hineinkippen und eine goldgelbe Omelette backen. Dies mehrmals wiederholen bis kein Teig mehr da ist. Die Omeletten warm stellen.
So, nun ist wieder die Füllung dran. Die Pilze kurz anbraten, Speck- und Zwiebelwürfeli dazu und mit etwas Wasser und wenig Rahm angiessen. Etwa 5 Minuten köcheln, dann den gehackten Peterli dazugeben. Rühren, fertig.

Jetzt kommt die Bastelarbeit: Etwas von der Füllung und einige Brotwürfeli auf eine der Omeletten geben und liebevoll einwickeln. Auch das mehrmals wiederholen bis vier wundervolle gefüllte Eiertätsch daliegen.

Fertig – essen. Weich, knusprig und würzig; ideal um Weiber zu beeindrucken...