29. April 2017

die Hodenbader

Neulich hat einer geschimpft; „...schlimmer als die Hodenbader!“. Hodenbader - was zum Teufel sind Hodenbader? Und warum?
Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere. In den 1980-er Jahren gab es in Zürich eine Männerbewegung, die sich mit natürlicher Empfängnisverhütung befasste. Man diskutierte die verschiedenen Variante; Wärme schien dann am erfolgversprechendsten. Das verlangte nach einem Menschenversuch – dem "Hodenbaden".

In der Theorie ist das ganz einfach: Man erhitzte seine Hoden und die Spermien gehen ein. Doch die Praxis war tückisch und manchmal schmerzhaft!
Die Hodenbader benutzten einen Stuhl mit einem darin integrierten Wasserbecher und einen Tauchsieder. Es war nicht einfach, die Temperatur konstant auf 45°C zu halten. Wurde es heisser, verschmorte man sich nämlich die Testikel.
Zudem gab es unerwartet technische Probleme; die Hoden mussten beschwert werden, denn sonst schwammen sie obenauf und wurden nicht richtig gegart.

Die Sache ist eine ganze Weile gut gegangen ‒ bis eines Tages ein Radiosender die Hodenbadergruppe „bekannt“ machte. Die Hörer krümmten sich vor Lachen und die Hodenbader fühlten sich irgendwie unverstanden. Und dann kam sowieso AIDS und die Pariser. Und das Interesse an der Hodenbaderei kühlte merklich ab. Die Hodenbader-Gruppe-Zürich wurde bald vergessen - irgendwie schade...

27. April 2017

der Todesstrahl

Im August 1961 tauchte bei uns in Sarnen ein „Dr. Hans Ehrhardt“ aus Deutschland auf. Er war Physiker und experimentierte mit einer Strahlenkanone. Der Dr. Ehrhardt hiess in Wirklichkeit aber Hans Engelke und war ein eigenartiger Kerl.

Er behauptete, seit dem Krieg eine "Strahlenkanone“, die "im Frieden Kranke heilen und im Kriege Feinde töten" zu entwickeln. Ein Plasma-Strahl aus einem Hohlspiegel soll 30‘000 km weit wirken und eine gewaltige Zerstörungskraft haben. Bei einem Versuch soll er auf eine "Entfernung von zwölf Kilometern binnen Sekunden anderthalb Meter Gletscherschnee wegschmolzen haben".

Im Spätsommer 1961 erschien in einer Regionalzeitung ein Foto des "Todesstrahls" über Sarnen. Nun bekam es die Bevölkerung mit der Angst zu tun. Bis dahin hielt man den Deutschen für einen Spinner. Als dann aber eines Nachts der "Todesstrahl" wirklich zu sehen war, war man sich nicht mehr so ganz sicher. Vielleicht hat der Ehrhardt wirklich etwas ganz ungeheuerliches erfunden - etwas ungeheuerlich gefährliches? Die Bevölkerung reklamierte bei den Behörden. Diese legten daraufhin dem Dr. Hans Ehrhardt und seiner Familie nahe, sich besser andernorts niederzulassen. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1961 verschwand der Strahlenkanonen-Erfinder aus Sarnen...

Eine leider fast vergessene Geschichte...

26. April 2017

Garten des Schreckens - bissige Tulpen

Neulich, in Deutschland gesehen: «Gartenanlage - Betreten auf eigne Gefahr». Was einem da wohl erwartet? Bissige Tulpen, pöbelnde Primeln oder unflätige Magnolien?

Ich hab mich jedenfalls nicht hinein getraut und ging schnell weiter. Wrrrhr…

24. April 2017

der Bub mit der Schlange

Gestern war unser kleiner Nachbar-Bub - er ist etwa sieben - bei uns zu Besuch. Ich habe ihm meine Schlange geschenkt. Ich habe die mal in Bulgarien gekauft. Sie ist aus Holzlamellen und bewegt sich fast wie echte Schlange.
Wie auch immer – er trug die Schlange stolz nachhause. Dann hörte ich einen schrillen Schrei…

Kurz darauf standen der kleine Bub mit der Holzschlange und seine Mutter bei mir an der Haustür. Er wolle die Schlange zurückgeben. Denn es wäre doch schade, wenn er die schöne Holzschlange beim Spielen kaputt machen täte. Odr so.

Auch gut – ich habe ja noch Maden aus Plastik da.

22. April 2017

Brust bitte nicht betreten

Traben-Trarbach liegt an der Mosel und mittendrin steht ein fast siebenhundert Jahre alter Turm. Da kann man hinaufsteigen und hinunterschauen.

… und ein Schild unterstützt die Besucher mit nützlichen Verhaltenshinweisen.

20. April 2017

3 Kilo 400 und 52 cm

Was sich nach einem wackeren Säugling anhört, sind aber die Ausmasse unseres Oster-Desserts. Eine prächtige Cremeschnitte mit Erdbeerbelag.

Meine Lieblingsschwester hat diesen flauschigknusprigen Brummer gebacken. Gegessen haben wir ihn dann gemeinsam. Der war so guuut, dass allein die Erinnerung mir noch immer die Freudentränen rausdrückt...

18. April 2017

das Flugboot in Montreux

Man mag es kaum glauben, aber vor 60 Jahren gab es internationale Flüge direkt nach Montreux. Die britische Aquila Airways flog von Southampton an den Genfersee. Und da es hier keinen Flugplatz gab, flogen sie mit einem mächtigen viermotorigen und doppelstöckigen Flugboot – mit einer Short S-45 Solent IV.

An der Uferpromenade in Montreux erinnert heute nur noch ein unscheinbar Sockel-Anker an die damalige internationale Fluglinie. Und deswegen sind wir – na gut, ich – neulich extra nach Montreux gereist.

Die Aquila Airways flogen mit ihren Flugbooten vor allem nach von England auf die Kanarischen- und Mittelmeerinseln. Im Juni 1957 dann auch nach Montreux an die schweizer Riviera. Doch das Geschäft lief schleppend, so dass sie nach nur acht Flügen die Schweiz-Flüge wieder einstellten musste.
Ein Jahr später war dann ganz Schluss mit der Aquila Airways. Sie verkaufte ihre Wasserflugzeuge an die portugiesische ARTOP Linhas Aéreas, die kurz später auch Konkurs ging.

Die Short S-45 Solent (G-AOBL) wurde 1949 in Irland gebaut, flog zuerst in Neuseeland und im Südpazifik und wurde dann von 1955 bis 1958 in Europa. Ab 1959 stand das Flugboot untätig auf Flughafen Lissabon-Cabo Ruivo herum, wo es dann 1971 verschrottet wurde.

17. April 2017

vegetarische Ostereier

Ostern gehört bestimmt zu den zehn beliebtesten Frühlingsfeiertagen. Auch wir feierten gestern ausgiebig mit üppigem Essen und Verwandtenbesuch.

Frau R. beschenkte uns mit einem wunderbaren Korb voller vegetarischen Ostereiern. Pflaumen, Zitronen, Kartoffeln, Äpfel in herzallerliebsten Farben. Und viiiel saftiger als die üblichen Hühnereier.
Eine tolle Überraschung - vielen Dank.

16. April 2017

Geheimtipps für Bayern?

Irgendwann im Juni möchte Frau G. nach Prag städtereisen. Und wir wollen, wie damals in Genova, unseren Möbelwagen als Stadthotel nutzen. Soweit so gut – aber: Wie sollen wir hin- und zurückfahren? Und was sollten wir unterwegs unbedingt besuchen und anschauen?

Unsere Route ist noch völlig offen. Vermutlich fahren wir relativ direkt nach Prag und dann über Südböhmen und Bayern wieder nachhause. Ich würde gerne noch einmal in die Gegend um Kehlheim und Passau besuchen, in einem Biergarten eine Wurscht essen und/oder ein Automuseum heimsuchen. Oder irgendetwas Skurriles anschauen …

Wir sind euch um jeden Vorschlag oder (Geheim-)Tipp dankbar.

14. April 2017

nix zu lachen

Karfreitag - der höchste christliche Feiertag. Und dies, weil vor gut zweitausend Jahren die Römer in Palästina einen Juden ans Gebälk genagelt haben.
Religion ist manchmal schon seltsam.

13. April 2017

Eisenbahnsport; Muchtern retour

Montreux. Am Nachmittag besteigen wir den „Belle Epoque“ der Montreux-Berner Oberland-Bahn. Das ist ein Schmalspur-Zug im Stil des legendären „Golden Mountain Pullmann Express“ aus den 1930-er Jahre. Nobles Kirschbaumholz-Interieur, Messing-Hutablagen, geblümter Teppich und weiche Polstersitze. Schön und schön kitschig.

Doch die Wagen sind aber nicht etwa alt. Nein, die Bahngesellschaft hat sie vor gar nicht allzu langer Zeit aus angejahrten Personenwagen in diese „historischen“ Salonwagen umgebaut – allemal besser als verschrotten!

Der Zug verkehrt jetzt im ganz normalen Alltags-Betrieb. Von Montreux geht es in langem Zickzack-Kurven erst den Berg hinauf und dann schier endlos durch die noch kahle Bergwelt. Unterwegs kommen wir im mondänen Gstaad und Château-d'Oex vorbei. Hotelpaläste und braungebrannte Chalets.

In Zweisimmen endet unser Orientexpress; und die Schmalspurgleise. Wir müssen in die normalspurige Lötschbergbahn nach Interlaken umsteigen. Damit ist aber demnächst Schluss, denn zurzeit baut am grad eine automatische Umspur-Anlage. Da fährt der Zug dann einfach drüber und seine Räder werden so weit verschoben, dass sie auf die Schmal- oder Normalspurgleise passen. Sitzenbleiben statt umsteigen.

In Interlaken Ost steigen wir ein letztes Mal um. Mit der Zentralbahn, wieder Schmalspur und mit Zahnradantrieb, fahren wir über den Brünigpass nachhause.

Und so reisten wir:
Zentralbahn (zb), Interregio Giswil-Luzern
Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), Regio-Express Luzern–Olten
SBB, InterCity-Neigezug 1512 Olten–Lausanne
SBB, InterRegio 1815 Lausanne-Montreux
Montreux-Berner Oberland-Bahn (MOB), Belle Epoque 3126 Montreux–Zweisimmen
Lötschbergbahn (BLS), RegioExpress 4076 Zweisimmen-Interlaken
zb, Interregio Interlaken-Giswil

12. April 2017

Eisenbahnsport; nach Montröö

Eisenbahnsport: Heute wollen wir an den Genfersee. Kurz nach sieben geht’s los; zuerst mit der Zentralbahn nach Luzern, dann mit Regionalexpress weiter nach Olten. Hier besteigen wir um neun den InterCity nach Lausanne.

Der Neigezug saust wie auf Schienen durch die malerische Landschaft. Er ist gut besetzt und neben uns schnattern zwei Amerikanerinnen bis unsere Ohren glühen. Unser Zug fährt auf der Jurasüdfuss-Linie, also am Bielersee und Lac du Neuchâtel entlang. Eine wunderschöne Landschaften mit Weinberge, Schlössern und Frühlingssonne.
In Lausanne steigen wir in den InterRegio nach Montreux um, wo wir um kurz nach elf landen.

Der Bahnhof von Montreux liegt fast direkt See, aber dennoch einiges höher oben. Wir steigen die Treppen hinunter - gehen dann aber nicht an den See, sondern fahren mit dem Bus nach Territet. Territet ist ein ehemals mondäner Stadtteil in der Nachbarbucht.

Hier urlaubte auch die östereichische Kaiserin Sissi oft und gerne. Und anlässlich eines solchen Urlaubs wurde sie dann im nahen Genf ermordet. Wir schauen uns das Marmordenkmal an – und spazieren dann an der Seepromenade entlang zurück nach Montreux.

Frühlingsblumen quellen aus den Rabatten und die ersten Bäume blühen. Vor der historischen Markthalle streckt ein metallener Freddie Mercury die Faust in den Himmel. Auch er lebte, wie viele andere berühmte Musiker, jahrelang in Montreux.
Und morgen gehts hier weiter...

11. April 2017

Spanien: Solarbabies - ein Film-Monster

Als wir im Februar in Tabernas die Filmkulissen-Stadt anschauten, entdeckte ich in einem Schuppen ein mehr als sonderbares Fahrzeug. Irgend etwas zwischen Barbie-Kutsche und Marsmobil. Mit drei Sitzplätzen und vier Rädern. Aber was ist das?

Fündig wurde ich beim grottenschlechten Science-Fiction-Film „Solarbabies“ von 1986. Die Handlung ist verwirrend, doch schnell erzählt. Amerikanische Jugendliche kämpfen gegen das Böse – auf Rollschuhen! In der Wüste! Hirnloses herumgehüpfe und viel Gewalt.

Im Film kommen verschiedene futuristische Fahrzeuge vor. Und mehrere davon gammeln immer noch in Tabernas vor sich hin. Wer genau schaut sieht ein zweites im Hintergrund.
Wer mal da vorbei kommt - das Ding steht im Fort Bravo, bei den Pferdestallungen.

10. April 2017

Schon wieder dieses Chakchouka?

Schon wieder dieses Schakschuka-Zeug? Jawohl. Weil ich es gern mag– öööhm – und weil es ein Eintopfgericht ist. Kochen und essen aus einem einzigen Napf, das spart der Frau G. viel Abwasch.

Heute kochte ich gelbes Chakchouka. Viel roten Zwiebeln, orangen Rüebli, gelbe Peperoni und einer handvoll Reis. Gewürzt mit Ras el-Hanout, das ich noch vom vorletzten Jahr übrig hatte.
Das ganze habe ich etwa eine halbe Stunde in der Tajine schmurgeln lassen. Dann kamen die Eier darauf und weiter köcheln lassen bis sie gar sind. Und Schnittlauch als Begleitgrün.

8. April 2017

goldiger Alp-Frühling

Neulich: Es ist mild und Frau G. hat einen freien Tag. Die Frühlingssonne hat die Schneeresten weitgehend aufgesogen – also fahren wir gschwind zu „unserer“ Alphütte hinauf. Das erste Mal in diesem Jahr.

Die Alpweiden sind voller Krokusse und Schneeglöggli und kein Mensch weit und breit. Überall kriechen glänzende Käfer herum. Keine Ahnung wie die heissen, aber es gibt sie vor allem in grün und blau, manche auch in Gold.
Wir sitzen auf dem Bänkli vor dem Alphüttli bis der kühle Nebel die Sonne und uns verscheucht. Ein herrlicher Saison-Auftakt.

6. April 2017

mächtigste Limousine der Welt

Kürzlich habe ich mir Fernsehen eine Doku über das erste Überschall-Passagierflugzeug, die Tupolew Tu-144, angeschaut. Dabei zeigten sie dieses Bild vom Flughafen Moskau-Scheremetjewo im Frühjahr 1969. Was mich dabei mehr faszinierte, war diese rote Ding unter dem Flugzeug!

Ich habe mich mal schlauch gemacht: Das ist ein MAZ-541 Flugzeugschlepper. Scherzhaft nannte man das Teil auch die „grösste Limousine der Welt“; 3,40 m breit, 7,8 m lang und gut 28 Tonnen schwer.

Der MAZ-541 konnte Flugzeuge bis 85 Tonnen Gewicht ziehen und gleich schnell vorwärts, wie rückwärts fahren. Er hatte einen V-12 Dieselmotor mit fast 39 Liter Hubraum und etwa 300 PS, Allradantrieb und war das Vorzeige-Modell der weissrussischen Lastwagenfabrik MAZ - Minski Awtomobilny Sawod.

Dreizehn solcher Schlepper wurden gebaut und waren bis in die in die 1970-er Jahre im Einsatz. Dann wurden die Flugzeuge noch schwerer und stärkere Schlepper mussten her. Alle „Limousinen“ landeten auf dem Schrottplatz, so dass heute keine mehr erhalten ist.

5. April 2017

Frühlingsgefühle, Gülle und Eiersalat

Ihr kennt das doch auch? Die Sonne scheint lau, die Spatzen zwitschern erregt und am Abend kann man wieder draussen essen. Reissalat mit Dosen-Thunfisch und wachsweichen Eiern.

Die Nordic-Walkerinnen steckeln eifrig und ein bäriger Kerl im tannengrünen Faserpelz fährt mit seinem Güllewagen im Kreis herum und lässt die Luft stinken. Es ist Frühling.

4. April 2017

hübscher Wohnlaster

Kürzlich habe ich im Kanton Uri einen schönen historischen Wohnlaster gesehen. Zwar mehr ein Steh- als ein Fahrzeug, aber immerhin hübsch anzuschauen.

Wenn ich’s richtig sehe, ist das wohl ein Mercedes-Benz LAF 1113 aus den frühen 1980-er Jahren und die Wohnkiste aus Holz.

3. April 2017

ich war Brunch

Was jetzt an „Brunch“ besonders sein soll, habe ich nie verstanden. Frühstück und Mittagessen in einem. Ja gut ‒ aber einmal statt zweimal essen, wo ist denn dabei der Vorteil? Und warum ist Brunch immer eine Gruppenveranstaltung, mit wildfremden Leuten uns so?
Aber was soll’s. Frau G. und ich waren nun mal eingeladen und deshalb gingen wir hin. um die Möglichkeiten auch vollumfänglich auszuschöpfen, habe ich vorher extra nichts gegessen.
Brunch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Entlang der Wände standen lange Tische voller Platten, Töpfe und Schalen mit lauter Köstlichkeiten. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, was ich nehmen soll. Also nahm ich einfach von allem und jedem. Und das mehrmals hintereinander. Und dann noch Dessert. Und Gebäck.

Im Verlauf des Nachmittages versiegte der Zulauf von neuen Speisen und eine gelangweilte Unruhe packte das Personal. Immer wenn ich eine Platte leerte, räumten sie sie gschwind weg.
Gegen Abend sassen wir alleine im Saal und die meisten Tische waren schon längst brach. Es ist wohl Zeit zu gehen, dachte ich. Ich lasse also noch etwas vom Süsskram in meine Manteltasche gleiten und nehme mir noch so einen Thermo-Kaffeekrug mit; dann gehen wir heim.

War schön ‒ da kommen wir nächstes Jahr bestimmt wieder zum Brunch.

1. April 2017

öööhm?

Kein Scherz - heute ist der 1. April.